Kite-Connection

Dänemark da bin ich dabei!

Nach einem der seltenen Kitetage Mitte Juli am Rohr murmelt der Sprudl so im Vorbeilaufen in meine Richtung „der Tristan ist im Sommer in Dänemark als Kitelehrer, da sollte man hin.“ Ich schau ihn an und sag nur „ich bin dabei!“ und er meint, der Tommy ist sicher auch dabei, wenn wir ihn fragen! Also haben wir das gleich mal getan und auch gleich fixier,t bei einem kühlen Getränk beim Salzmann. In zwei Wochen haben alle für eine Woche Zeit – passt! Wenn der Wind passt – passt’s auch uns! So macht „Mann“ Urlaubsplanung meine lieben Frauen!!!! Das war für mich auch ne gute Gelegenheit meinen kürzlich erworbenen Merzedes Vito, den ich kitertauglich eingerichtet hab, auf seine Tauglichkeit zu testen.

Endlich war er da der Sonntag an dem die Reise beginnen sollte. Wir trafen uns am frühen Abend beim Sprudl und versuchten mehr oder weniger alles in dem Vito zu verstauen: Alle Kites und Boards passten rein, aber mit den Unmengen von Bierdosen, die meine beiden Mitfahrer unbedingt mitnehmen wollten, kam der Vito dann schon ganz schön an seine Staugrenzen. Bald waren wir dann auf dem Weg in den Hohen Norden. Die Prognosen waren super – ähhhh na ja – die ersten zwei Tage normaler Wind für den 12er und dann zwei Tage volle Pulle mit bis zu 9 bfd., danach soll’s etwas abflauen – also summasummarum eh ganz gut! Nach gut 9 Stunden Fahrt und gut 1.200 km wurde es endlich wieder hell und wir hatten unser erstes Ziel schon erreicht: die Insel Romö kurz nach der Grenze!

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Wie die größten Locals fuhren wir mit dem Vito über den Strand direkt bis kurz vor’s Wasser. Müde von der langen Fahrt und nach kurzem Temperatur-Test mit der Hand aus dem Fenster meinten der Sprudl und ich: zu kalt, zu müde – wir hau’n uns ein bisserl aufs Ohr! Nix da: „Der Wind reicht, schaut Leute – der Wind reicht!“ der Tommy stand da draussen und machte uns ganz verrückt. Schaut mal der riesige Strand – keiner da! Na kein Wunder: Is ja viel zu früh und viel zu kalt! sagten wir, aber änderten dann doch noch unsere Meinung.
Es ist ja bekannt, dass ich kein Frühaufsteher bin, aber dass ich nach ner schlaflosen Nacht im Auto schon um 7 Uhr auf dem Wasser bin, ist und bleibt ein Rekord für mich!
Aber als sich die beiden sich in ihre Neos zwengten, war ich verzweifelt auf der Suche nach meinem Langarm-Neo. Sch… Sch… ich hab das Teil echt Zuhaus vergessen! Fängt ja schon gut an, bei den Temperaturen mit nem dünnen Kurzarm-Neo aufs Wasser – aber was soll’s: friere ich halt ein bisserl!

Als nächstes parkt direkt neben uns – ist ja eh nicht viel Platz auf dem 10 Kilometer leeren Strand – ein Auto und ein Typ steigt aus. Um 7 Uhr morgens entledigt er sich seiner Sachen und rennt vollkommen nackt ins Meer zum Baden! Die im Norden haben ja voll ein Rad ab, hab ich mir gedacht – der braucht sicher keinen Langarm-Neo zum Kiten!

Nach 2-3 Stunden war dann der Wind zu schwach um noch Spaß zu haben und jetzt tauchten auch die ersten Kiter auf. Wir haben dann unsere Sachen gepackt und uns weiter in Richtung Norden zum Tristan auf den Weg gemacht.

Die nächsten zwei Tage waren wir in Hvide Sande Süd und hatten gerade genug Wind für die 12er Kites – zum Rumblödeln – und ich konnte noch mit meinem Gleitschirm die Dünen entlangsoaren. – Aber bis zum Tristan haben wir’s noch nicht geschafft

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Ich hab mir dann gezwungenermaßen noch nen Langarm-Neo gekauft, da ich ja nicht erfrieren wollte, wenns die nächsten Tage mit 9 Bfd. reinhackt! Da die Prognosen so happig waren und jetzt oben beim Tristan ca. 10 bfd. angesagt waren, haben wir uns dann entschlossen nach „Skaven“ zu fahren, da der Spot „Ringkobing Fjord“ mehr oder weniger stehtief ist – also auch bei Megahack zu befahren – so dachten wir.

Auf dem Campingplatz angekommen haben wir eine wasserfeste Unterkunft gesucht und auch gleich gefunden und bekommen. Ein kleines Häuschen für die beiden Jungs – ich hab natürlich in meinem wasserfesten Vito weitergehaust – einer mußte ja noch auf Camper machen! Aber die Hütte war ja wirklich toll: bei dem Regen der zeitweise eingesetzt hat, konnten wir uns wenigstens gemütlich im Trockenen aufhalten und auch nach dem Kiten wieder aufwärmen. Der Nachteil war nur, dass die gesamten Fliegen im Umkreis von 10 km hier Zuhause waren und bei dem Schlechtwetter das Heim auch nicht verlassen wollten! Dem haben wir aber mit ca. 10 Fliegen-Mörder-Klebestreifen abgeholfen und nach gut zwei Stunden wurde der Platz auf den Klebestreifen schon knapp.

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Ja dann war’s soweit „die Sturmfront war gekommen“ und wir packten unsere 7er und machten uns auf den Weg zum Beach. Beim graziösen Durchmarsch durch den Campingplatz stellten wir fest, dass wir die einzigen Kiter waren – alles nur Surfer mit so winzigen Segeln! Beim Aufpumpen hat uns dann auch gleich ein Surfer dezent gefragt, ob wir wirklich da raus wollten zum Kiten – die anderen Surfer würde es ja mit ihren winzigen Sege ganz schön rumbeuteln!

O.k.- Stipi probiert mal mit dem 7er! Also raus ins höchstens hüfttiefe Wasser. Poooaaaaa! Da hat’s mich dann ganz schön rumgeschüttelt. Das war kein Spass mehr und nach fünf Minuten musste ich auch schon das Schlachtfeld verlassen, da es immer mehr Böhen jenseits von 9 bfd. hatte.

Für zwei Stunden machten wir dann halt Pause, bis das Gröbste durch war und dann ging’s zur Sache: Mister Sprudl wollte unbedingt mit dem Wellenboard raus, um sich noch einzufahren, wenn wir dann noch Wellen bekommen sollten! Also gabs ’ne kuriose Szenerie in dem Tümpel: Während die Surfer mit den klitzekleinen Segeln den See auf und ab rasten, sah man einen Kiter der bei Megahack mit seinem kleinem Schirm und dem Wellenreiter solche Kurfen zog, das man meinem konnte, es sei ein Wakeboarder unterwegs!

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Am Abend war dann gut Essen angesagt und das heisst: „den Sprudl kochen lassen“! Verdienterweise haben wir dann auch einige Kilo Nudeln und nen guten Wein verdrückt! Ganz zu schweigen von den Bierdosen, die die beiden noch vernichtet haben!

Dann am nächsten Tag kam eine Schönwetterphase und wir sind weitergezogen nach „Blavand“. Dort gib’s bei der Windrichtung endlich ne Welle! Mit dem Vito sind wir erstmal durch das Dorf geheizt und dann direkt an den Strand – es hatte ja Wind! Das war ja mal ein schöner Anblick: Als wir auf der Düne standen und die schönen Wellen sahen, wusste jeder was zu tun ist: „nix mit Unterkunft suchen – gleich aufs Wasser!“

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Nach ein paar schönen Stunden waren wir auch voll ausgepumpt und machten uns auf die Herbergssuche. Es war dann nicht so einfach, aber wir bekamen einen kleinen Platz auf einem riesigen Campingplatz. Wir fragten uns allerdings, warum der Platz hinter der Hecke direkt neben unseren Zelten frei blieb? Wir sollten es noch erfahren, nach unserem Essen in einer Touristenabfertigungsbude. Als wir zu unserem Platz zurückkamen stand am freien Platz auch schon ein Riesen-Zelt von irgend so ner Heiligen Jungschargruppe aus Deutschland! Der ständige Lärm und die Streitereien unter den Kids haben uns dann – als es Dunkel wurde – gezwungen, den Schreihälsen einige Vorarlberger Schimpfwörter zu lernen! Es war dann schnell ruhiger, sagten mir der Tommy und der Sprudl am nächsten Morgen – ich hab ja nix gehört in meinem Vito 😉

Also der letzte Tag brach an und wir hauten uns nochmal in die Wellen bei etwas weniger Wind, aber für die Leichtgewichte mit den größeren Boards reichte es mit dem 12er Schirm allemal! Happy kamen wir vom Wasser und happy fuhren wir dann auch Heim!

Aber da war ja noch was: beim Tristan sind wir nie angekommen! Es kommt halt immer anders als „Mann“ meint!

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